Boaphenia
Tracklisting
01. Hyperactive cracker
02. Love on sale
03. Get terminated!
04. Johnny the liar
05. Fiesta
06. Bohemian life
07. Master of demona
08. Euphoria
09. Beat me up!
10. Utopia
11. Where my rats play snooker*
12. Mary Rose*
13. Scandal*
14. Kill your ideals ('94 Version)*
15. Fine art in silver ('94 Version)*
* Bonustracks
Information
lim. CD Erstauflage (40.000 Stück) in Black Jewel Case
lim. CD Zweitauflage (15.000 Stück) inkl. 2 Bonustracks
normale CD Auflage mit 11 Tracks
Re-Release 1994 Motor Music inkl. 2 neuen Bonustracks
auch als LP 517 570-1 (lim. 5.000 Stück) erschienen
auch als MC 517 570-4 erschienen
auch als DCC 517 570-5 erschienen
auch als Promo CD in exklusiver Ledermappe mit Kugelschreiber, Infoblock und Pressefotos erschienen
Produktion
Produced by E.roc
Mix-Prod. & overdubbed by Tony Visconti & Craig Leon
Mixed & Produced by E.roc, Co-produced by Phillip Boa
Pre-recorded at Temple-Studios, Malta with David Vella
Pre-produced in London, Essen (Österwind Studios),
Haltern (db), Produced at Woodhouse-Studios, Dortmund
by E.roc & Phillip Boa
Mixed and overdubbed at Cove City Sound Studios, Long Island, New York, Platinum Island Studios, New York, Brittania Row Studio, London, Woodhouse Studio, Dortmund
Phillip Boa - Gesang, Gitarre, Samples
Pia Lund - Gesang, Keyboard
Ted Chau - Gitarre
Dave "Taif" Ball - Bass
Hugo F. Degenhardt - Schlagzeug
Moses Pellberg - Voodoodrums
David Vella - Voodoodrums
Tony Visconti - Backgroundgesang, Bass, Gitarre
Gäste
Chris van Helsing - Gitarre
Matthias Gülicher - Gitarre
Michael Hager - Englisches Horn, Oboe
Michael Fischer - Drums
Suzanna Josefowicz - Back.Gesang, Keyboard
Herr Wagner - Gitarre
Chris 'getting Closer' - Gitarrensynthesizer
Henry Rebellius - Bass
Cassell Webb - Back.Gesang
E.roc - Synthesizer
Gaggu & Woody Aki - Drums, Bass
Amia - Schlagzeug
Presse
"... wenn nun diese 4 kleinen Boas eine Platte machen, kann eigentlich nur eines dabei herauskommen - eine kranke Musik fü rein krankes Volk. Schon wieder ein vorschnelles Urteil, dem sich der aus den Kinderschuhen längst herausgewachsene Schrägtöner nicht stellen muss... Keine Platte für Billigheimer, eher für anspruchsvolle Kunden gutsortierter Popfachgeschäfte." (Musik Express)
"... mit Boaphenia die geballte Popexplosion. Endlich ein Boa für alle, unverkrampft, cool und ungemein dynamisch. Boaphenia ist zugänglich und druckvoll, er hat den Ballast des unnötigen Indietums abgeworfen und präsentiert somit ein entspanntes, frisches Album von sprichtwörtlich mediterraner Eleganz und Atmospähre." (Zillo)
"... ein großer Schritt für die deutsche Rockmusik - mit Boaphenia bringt der aus Dortmund stammende Pop-Star Phillip Boa einen wie David Bowie ins Altersheim. Jeder Song perfekt arrangiert und produziert. Ein Album wie aus einem Guss und zugleich so abwechslungsreich wie das Sergeant Pepper der Beatles. Von Boas Ideen könnten zehn andere Bands leicht zwei Jahre zehren. Keine Frage: Phillip Boa ist unser Größter." (Stern)
Verkaufscharts
Platz 15
Presseinfo
Infozettel
Boa flucht: "Überall Fembedienungen für TV, HiFi, Video, sogar für Rolläden - an manchen Geräten ist nicht mal mehr ein Knopf dran. Man ist angewiesen auf die Dinger." Boa in einer fremdbestimmten Welt und seine Reaktion darauf- das ist einer der roten Fäden, die sich durch sein neues Album "Boaphenia" ziehen. Aber der Reihe nach.
"Es ist der Abschluß eines Kapitels, eines Lebensabschnitts; ein Vermächtnis, ein Gruß, ein Geschenk - prophetische Worte, die im Info zu Boas '91er Live-Doppelalbum "Exile On Valletta Street' zu lesen waren. Es ist genauso gekommen. Wie Boa angedroht hatte, gab es 1992 tatsächlich weder ein neues Studio-Album noch einen einzigen Live-Auftritt. Stattdessen zog sich der Maestro nach Malta zurück, allerdings nicht in den Schmollwinkel, wie er es vielleicht vorgehabt hatte, denn die begeisterten Fan-Reaktionen während seiner schon legendären Über-die-Dörfer-Tour im Herbst '91 gaben ihm wahrhaftig keinen Grund dazu.
Aus dem ruhigen Arbeiten auf Malta an Fllm-Soundtracks oder an seinem ehrgeizigen Opern-Projekt wurde nichts. Eine Phase der Selbstflndung hat Boa dort mit Sicherheit durchgemacht; im Scherz sprach er sogar davon, "unmaskiert" Discotheken besucht zu haben - welch ein Schritt für den Gehetzten, dessen Paranoia vor der Öffentlichkeit sprichwörtlich sind!
Den Wandel jedenfalls, den Boa mit der Live-Bilanz"'Exile On Valletta Street' für seine künstlerische Zukunft gewissermaßen im voraus planen, fast erzwingen wollte, hat er mit der neuen Studio-LP" Boaphenia" bravourös eingelöst. Vor der persönlichen und künstlerischen Neuorientierung standen allerdings erhebliche personelle Umbesetzungen. Boa trennte sich von seinem Manager und tauschte die komplette Band bis auf Lebensgefährtin Pia Lunda aus.
Das neue, international besetzte Live-Line-Up besteht nun aus Boa (g, voc), und Pia (keyb, voc), den Schlagzeugern Monk und Moses Pellberg sowie den schon vom Live-Album und den letzten Touren bekannten Ted Chau (g) und Taif Ball (b). "Boaphenia" wurde von Boa und ERoc auf Malta und in den Dortmunder Woodhouse Studios vorproduziert; die Schlußproduktion übernahm erneut, diesmal assistiert von seinem Sohn, Tony Visconti in New York.
"Boa ist der Bowie der Gegenwart", sagt Visconti über Phillip und entwarf Bässe oder sang Background für "Boaphenia" wie lange Jahre bei David Bowie.
Auf Malta entstanden die neuen Stücke, die Boa "wie früher" im Alleingang aufnahm. "Boaphenia" ist ein Neo-Rock' n'Roll-Album geworden, das schon im Titel mit Pop-Mythen spielt und lustvoll Mod-Anoraks, Bowies Frisur auf "Low", Techno-Grooves und Noise-Gttarren zitiert - ein konsequentes Bekenntnis zu straighter, lauter, fordernder Rockmusik mit den Boa-typischen kompositorischen Raffinessen.
Auf "Boaphenia" macht Boa den Eindruck einer langsam zur Ruhe kommenden zerrissenen Persönlichkeit, die mit beiden Füßen auf dem Boden der Gegenwart stehen will. Nicht neue Innerlichkeit oder penetrante Erweckungs-Weisheiten, sondern "eine neue Kompromißlosigkeit, sagt Boa, hätten ihm im Laufe des letzten Jahres am nachhaltigsten beeindruckt. Grunge und Techno vor allem - einerseits die guten Haltungsnoten und die Lässigkeit, mit der der Underground in die Charts marschierte, andererseits die musikalische Weiterentwicklung, die von beiden Strömungen ausging.
Boa hat davon für sich übernommen, was ihm in den Kram paßte. Und so hören wir im Vordergrund harte teutonische Gitarren und tiefunten Techno-, Industrial- und andere Grooves, wie sie mit Boa's neuen Schlagzeugern um die Vorherrschaft wetteifern, fast immer knapp unterliegen, um dann für kurze Momente zu "entkommen". Der englische Produzent Craig Leon staunte über Boa's neue Stücke: "Ich habe mit Front 242 und Jesus Jones, mit Blondie und Talking Heads gearbeitet. Alle sind sie gut, aber sie machen eben ausschließlich eine bestimmte Art von Musik. Boa ist der einzige, der alle Einflüsse auf geniale Art und Weise verbindet." Und Boa selbst sagt: "Die Musik von 1993, also auch meine aktuelle, muß die Kälte und Hektik dieser Zeiten widerspiegeln und gleichzeitig eine Wärme, eine Sehnsucht fordern und dokumentieren."
Wärme und Sehnsucht - wie auf der phantastischen Single "Love On Sale", die vor allem Pias Sirenengesang prägt. Das Stück ist die Fortsetzung von "Container Love", einem der größten Boa-Hits; der alte Mann, der seinen Müllcontainer zur Lebensgefährtin machte, erfährt nun weitere moralische Erniedrigung als Objekt schräger Red-Light-District-"Geschäftsleute"; eine bittere Attacke auf unsere pervertierende Überflußgesellschaft in Kurzgeschichtenform. Auf "Fiesta" treffen sich Bowie, Marc & the Mambas und Hemingway zu einer herzzerreißenden Verbeugung vor Spanien; in "Master Of Demona" läßt Boa Techno-Geister marschieren; "Bohemian Life", "Johnny The Liar", "Euphoria", "Utopia" und "Get Terminated", ein Science-Fiction-Theaterstück handeln von jüngsten Erfahrungen und neuen Hoffnungen; und "Where My Rats Play Snooker" ist ein typischer Einblick in Boas überdrehte, zerrissene Welt. Boas Welt - er ist Alleinherrscher im Voodooland mit der Attitüde eines kultivierten Privatiers, der sich zuhause gern mit englischen Möbeln, Klassikern der Literatur und Pop-Paraphernalien umgibt. Eine zerbrochene Gitarre an der Wand, Selbstgemaltes, Rockstar-Fotos aus Illustrierten: Boa auf Malta, Pia, Lennon ...
"Ich mache jetzt Platten mit der alten Hingabe und Liebe", sagt Boa, "aber auch mit neuem Selbstbewußtsein und mediterraner Haltung". Denn er hat etwas mitzuteilen, das über Selbsttherapie hinausgeht: künstlerische Konsequenz. Die Überzeugung, daß es "das Andere" gibt, das nicht untergehen darf. Hier protestiert einer mit Poesie und Provokation im Stillen, im Lauten. Boa macht es nicht für Geld, er macht es "FOR GALLANTRY - so steht es auf der maltesischen Nationalflagge, die in seinem Wohnzimmer hängt.







