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Hype Hagen


Foto by Peter Ossenberg [thx@naujo]

Live 1984 Foto by Peter Ossenberg

Konzertbericht : Boa Live im Hagener Hype 1984
by Wilfried Peffgen

Phillip Boa soll ja angeblich eine deutsche Independent-Hoffnung sein. Eigentlich war ich sehr skeptisch und wollte dies nur widerlegen. Aber es kam ganz anders. Auf düster beleuchteter Bühne zelebrierte er seinen vorläufig einzigen Auftritt.

 

Beschwörende Voodoo-Trommeln, schöne Chöre und wilde Refrains; Boa bewegt sich grün-schwarz zwischen Voodoo-Puppen aus Stroh; Pia Lund, schön und aus Norwegen, bedient unweigerlich, fast unbeteiligt ihre uralten Synthies; The Voodoo, jener Trommler, der in Haiti jahrelang die Voodoo-Trommeln geschlagen haben soll, peitscht in paranoider Verbissenheit seine Schlaginstrumente. Ein zweiter Trommler (er verriet mir sogar seinen richtigen Namen: Guido Eikelmann oder so) begleitet diesen Voodoo-Sound mit einem knallharten Beat. Gastmusiker mit merkwürdigen Namen wie Andre Koma, UB und Alison Gross (von Clockwork Panda Drummer) oder Andreas T.E.E belagerten ebenfalls die Bühne, um bei ausgesuchten Stücken kreischende und steinharte Gitarren, blubbernde Synthesizer einfließen zu lassen. Wären da nicht diese schönen, fernöstlich angehauchten Melodien, so würde mich das an die frühen Killing Joke oder Bauhaus erinnern. Selten habe ich eine so gute Kombination zwischen harter englischer Gitarrenmusik und afrikanisch-fernöstlich Avantgarde gehört. Das Konzert endete mit fast reinem Punk: das eigene "All I hate is you" und "Lazy Sunday" von den Small Faces. Trotz des enormen technischen Könnens der Musiker (ungewohnt bei solcher Musik) fehlt es noch an Ausgeglichenheit. Sollten Boa und sein Voodoo-Club nicht aufgeben, wird diese Gruppe eines Tages alles schlagen. Die Zuschauer jedenfalls waren verblüfft; und ich eigentlich auch.

[thx@naujo]

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