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Decadence & Isolation
by Karl Adam
Noch ist die Scheibe nicht veröffentlicht, aber in der Member Area der Homepage von Boas neuem alten Label Motor kann man schon in einige Stücke reinhören. Als absoluter Boa-Fan gebe ich hier jedoch schon mal guten Glaubens 5 Sterne. Zu den Songs (O-Ton Boa: "Sind irgendwie Geschichten aus meinem Leben und Beobachtungen"): - Have you ever been afraid: Der Opener ist eine mit Schrammelgitarren angereicherte Midtempo-Nummer, herrlich genervt-bemühtem Gesang von Boa und einem - und das lieben wir ja so - genial eingängigen Refrain. - Decadence & Isolation: Dieser Übersong ist völlig zurecht Titeltrack. Klingt ein bißchen wie eine Prozession, bei der Boa, Pia und der restliche Voodooclub durch bunte Warhol-Landschaften ziehen und skandieren: "We are - the shiniest Stars!" und dann am Ende: "Live is wonderful, live is wonderful trash!" - Making noise since 85: Dieser Song knüpft musikalisch, gerade im Refrain, an die Vorgängerscheibe "C90" an: Eine kleine Selbst-Hommage mit hohem Spaßfaktor. - Burn all the flags!: Die nur online erhältliche Vorabsingle ist ein weiteres Kleinod zum Verlieben. Mit einer anfangs schwer verdaulichen Gesangslinie von Pia auf einem Bass-Riff eingeleitet, machen die beiden schließlich richtig Lärm zusammen. "She dance to the unknown / the last tango in Berlin". Ist das nicht einfach schön, ganz egal was es auch immer bedeuten mag? Erinnert irgendwie auch an die "Copperfield"-Scheibe. Kult. Insgesamt kann man feststellen: Boa hat wieder einen Querschnitt aus seiner Karriere zusammengebastelt und gleichzeitig dabei einen neuen Relaunch von sich gegeben, der voll und ganz zu überzeugen weiss. Es wäre zu wünschen, dass endlich mehr Leute zur Kenntnis nehmen, dass hier durchschnittlich alle zwei Jahre eine großartige Independent-Scheibe nach der anderen abgeliefert wird und dass man nicht immer nur hört: "Boa - das war doch der mit Container Love damals".
