AUSWAHL: HOME » HISTORY » SPACEFILLERS » Jesus Killing Machine
Jesus Killing Machine
Jesus Killing Machine
Statt mit dem Voodooclub arbeitete Waldemar Sorychta den Herbst '93 über mit Phillip an Voodoocult, und war einer der wichtigsten Drahtzieher hinter dem Metal-Projekt. Auf eine Empfehlung hin hatte Boa mit ihm Kontakt aufgenommen, ihn als Co-Produzenten engagiert und weil man sich auf Anhieb gut verstand, wurde Waldemar zum Live-Gitarristen gleich beider Voodoo-Formationen befördert, da Phillip ihn für einen äußerst begabten Gitarristen hielt und hält. Gemeinsam mit Waldemar unternahmen Boa und Co-Autor Taif Ball ihre ersten richtigen Death-Metal-Gehversuche, nachdem sie sich zuvor auf Malta mit dem Schreiben von Stücken und Konzipieren des "Voodoocult" von der vorangegangenen Boaphenia-Livepräsentation erholt hatten.
"Taif und ich haben uns zu der Zeit sehr gut verstanden und hingen lange Zeit zusammen auf Malta rum, hörten Metal Music wie Slayer oder Sepultura und hatten dann die verrückte Idee, so etwas selbst mal auszuprobieren", erinnert sich Phillip. "Ich weiß nicht, warum ich jemals die Idee hatte, so etwas zu tun, aber ich bereue es auf keinen Fall, egal welche Rolle es für meine Karriere gespielt hat."
Als nächsten Mitstreiter beim Voodoocult konnte Phillip den Ex-Schlagzeuger einer seiner Lieblingsbands, Dave Lombardo von der US-Kult-Thrash-Metal-Band Slayer, gewinnen. Mit ihm wurden im Spätsommer '93 in Los Angeles alle Voodoocult-Drums aufgenommen. "Ich habe Dave Lombardo einfach eine Voodooclub-Platte, einige unserer Malta-Demos und einen Brief geschickt, er fand das sehr interessant und meldete sich dann bei mir, daß er gerne mitmachen würde."
Zusätzlich Hilfe für seinen Metal-Erstling holte sich Perfektionist Boa mit den Gitarristen Mille Petrozza, Mastermind der Trash-Kult-Band Kreator, Chuck Schuldiner von Death aus Florida und dem New Yorker Gabby Abularach, ehemals bei den Cro-Mags, ins Studio. Nur Jim Martin von Faith No More erhielt vom Management keine Freistellung zu einer Mitarbeit bei einer anderen Band, obwohl man für ihn schon sämtliche Studio-Termine in seiner kalifornischen Heimat San Francisco gebucht hatte.
Aus der Zusammenarbeit dieser so verschiedenen Musiker entstand ein Werk, welches alles andere als normaler Heavy Metal ist. Eine Symbiose der unterschiedlichsten Musikspielarten, unterstrichen durch die Texte und den Gesang, wie sie aus keines Metalers Mund kommen könnten. Jeder hat ein bißchen mitkomponiert und -produziert, sogar Boas erster Metal-artiger Song, Albert is A Headbanger
von 1989 wurde noch einmal neu eingespielt.
"Voodoocult ist in gewisser Weise eine laute und böse Platte, aber sie besitzt mehr Punk, mehr Rock, mehr Trash als eine gewöhnliche Metal-Platte. In erster Linie war es ein Projekt, denn das Wilde und Animalische in mir, jahrelang unterdrückt, verselbständigte sich und mußte einfach heraus. Es zieht sich ohnehin eine Art Blutspur durch die gesamten beiden Alben, sowohl das Blut meines Herzens, als auch das Blut der Welt überhaupt. Das letzte Voodooclub-Stück, Punk Junks ist praktisch eine teutonische Voodoocult-Variante und bildet daher bereits die textliche Brücke zu Voodoocult."
Die Voodoocult-Texte sind meist Bilder, die härter als andere Boa-Texte sind. Haupteinfluß war der Schriftsteller Anthony Burgess (bekannt durch "Clockwork Orange"), dessen Buch "Fürst der Phantome" Boa in dieser Zeit sehr fasziniert hat. In Hellatio hingegen schreit Boa schlicht von allen "No's", die auf der vorangegangenen Tour von Jim an Boa´s Garderobentür geschrieben wurden waren.
|



