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Lord Garbage
Lord Garbage
Von vielen Fans mit großer Spannung erwartet – Phillip Boa wieder live in Konzert! Wie klingen die neuen Songs live – aber was die meisten interessiert, wie klingen alte, über die Jahre ans Herz gewachsene Songs ohne Pia? Mit leicht veränderter Besetzung präsentiert sich Phillip Boa auf den Konzerten
– neben Phillip sind wiederum Chris van Helsing, Toett und Moses dabei, Matthias Ulken am Bass und Howard Keith an den Keyboards komplettieren das Line-Up. Support und Vorband sind diesmal Anger 77. Im Vordergrund stehen natürlich die Songs vom neuen Album Lord Garbage, aber auch ältere Stücke sind nach wie vor im Programm. Auch einige Pia-typpische Songs werden gespielt (Bells of sweetness, Annie, Love on sale) was von vielen Fans als sehr mutig angesehen wird, aber musikalisch gelingt. Bei vielen Konzerten bleiben aber standesgemäß Pia-Rufe nicht aus.
Die Tournee zeigte, das Phillip auf dem richtigen Weg war, einige Gigs waren sogar ausverkauft und im Sommer folgten noch ein paar Möglichkeiten Boa und Band auf Festivals
live zu erleben.
Ende des Jahres kündigt Phillip Boa an, dass er bereits wieder an neuen Ideen und Songs arbeite, es jedoch 1999 kein neues Album von ihm geben würde um den ständig wiederkehrenden Rhythmus Tour-Platte-Tour zu entgehen. Für viele Fans beginnt damit eine lange Wartezeit, sind sie doch von jeher gewohnt, dass (fast) jedes Jahr ein neues Album von Phillip erschienen ist. "Es wird auf jeden Fall nicht elektronischer oder tekknoider als Lord Garbage . Live werde ich demnächst versuchen, nur noch mit fünf Musikern auf der Bühne zu spielen, so dass der Song, also die Geschichte des Liedes noch lebendiger, energiereicher und intensiver vertont wird."
Es ist geplant, im nächsten Sommer ein paar Festivals
zu spielen und dann im Jahre 2000 im Januar oder Februar ein neues Album herauszubringen.
Seitens der Plattenfirma Motor wird eine weitere Compilation CD mit dem Namen Master Series
im November 1998 veröffentlicht. Wer nun denkt, Phillip Boa hätte nichts mehr zu sagen bzw. wäre mit einer solchen weiteren Best Of CD nur auf das große Geld aus, liegt damit falsch. Diese CD, zu der Phillip nur seine Zustimmung gab, wurde vom Polygram Vertrieb als weitere Ausgabe der Master Series von wichtigen Alben internationaler Künstler für die Sammler dieser Serie produziert. Da sich auf dieser CD lediglich die Stücke der ’97er Best Of Fine art on silver
wiederfinden, rät Phillip (der sowieso lieber das Hair
- oder Boaphenia
Album genommen hätte) all denen, die sie sich noch anschaffen wollen, sich Fine art on silver
zuzulegen, da diese seiner Meinung nach das schönere Cover hat.
Auch Pia Lund ist in der zwischenzeit nicht untätig gewesen, so erscheint im April ’99 ihre erste Single names Uh Uh Yeah
der Ende Mai ’99 das erste Album Lundaland
(CD/LP) folgt. Das Album fällt (erwartungsgemäß) komplett unkommerziell aus und führt zu Verständigungsproblemen zwischen Künstlerin und Plattenfirma. Die sich bereits hier andeutenden Probleme sollten sich beim nächsten Album noch vertiefen. Produziert wurde von Rene Tinner (Can-Experte), die Gitarrenparts stammen von Hans Nieswandt (Whirlpool) und Blast Murray (Heads) sowie Jake Bullit als Programmierer.
Weiterhin erscheint noch eine gesuchte, rare und limitierte 12“ Vinyl Maxi-Single mit dem Titel Mixes 1
auf der sich verschiedene Versionen der Stücke Charlamane und Uh uh yeah befinden.
Von Phillip Boa and the Voodooclub erscheint 1999 eine CD-Neuauflage von Aristocracie
auf Rough Trade, komplett remastert im Deluxe Pappschuber mit ausführlichen Booklet, alten Photos und Extratracks.
Im Sommer 1999 dann der große Bruch – die Plattenfirma Motor und Phillip Boa gehen ab sofort getrennte Wege. Von 1994 bis 1999 erschienen Phillips Alben beim Label Motor, welche aus der Abteilung Progessiv der Polydor 1994 hervorgegangen war. Von 1987 – 1993 veröffentliche Polydor sämtliche Boa Alben. Nun wurde der gesamte Polydorkonzern einschließlich Motor von der Universal Music Group einverleibt. „Im Zuge des Wechsels haben sich die Verantwortlichen alle Verträge angesehen und meinen letztendlich als unrentabel betrachtet. Simpel ausdrückt könnte man auch sagen, dass ich in letzter Zeit zu wenig Platten verkauft habe, ha ha!“ so Phillip dazu.
Als Bedingung an sein neues Label stellt Phillip Boa von vornherein klar, kein Sponsoring und keine Benutzung der Musik für Werbung. Die Zahl der interessierten Firmen schrumpft anhand dieser Vorgabe merklich zusammen, Phillip Boa entscheidet sich dann für die RCA.


