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This is my Girl


This is my Girl

Am damaligen Produzenten liegt es, daß dieser Song überhaupt seinen jetzigen Namen trägt. Boa hatte seinen neuen Song, This Is My Girl, mehrfach vorgespielt und E.Roc fragte schließlich "Wer ist eigentlich dieser mysteriöse Michael?" Er hatte den Refrain nicht genau verstehen können, doch Boa gefiel die Idee und der Text wurde noch einmal umgearbeitet, aus This Is My Girl wurde This is Michael , ein Song über einen Streber, "genau der Typ, den man schon in der Schule nicht leiden konnte, der dann aber doch irgendwie Schulsprecher wurde und heute Gewerkschaftsboß oder Politiker ist und der für seine Karriere über Leichen gehen würde. So ist das heute: die Welt wird nur noch von Idioten regiert, von Leuten die ihre Bedeutungslosigkeit mit Karrierestreben kompensieren und die eben diese nötige Portion Ellenbogen und Korrumpierbarkeit aufbringen, um nach oben zu kommen. "

Foto by Dirk Rudolph

Phillip Boa

Die Plattenfirma hatte zu Beginn nicht an dieses Lied als Single-Auskopplung glauben wollen, doch die Kiste Champagner, die Phillip Boa seinem Abteilungsleiter bei einem Erfolg versprochen hatte, muß überzeugt haben. Und This Is Michael wurde tatsächlich die bis dahin bestverkaufte Boa-Single überhaupt. Vor allem dank einer zweiten, im Ausland und speziell in Amerika recht erfolgreichen Version. Hatte der "Star" bis dahin die Erwartungen seiner Fans immer mehr als erfüllt, so kam nun eine Platte auf den Markt, welche von einem Sturm der Entrüstung zerrissen wurde. Der Meister des Pop-Undergrounds hatte es gewagt, einen Dance-Remix zu machen, und dann auch noch von Deutschlands angesagtestem House- und Techno-Discjockey: WestBam. Die Welle der Empörung nahm kein Ende, noch Jahre später warf man ihm diesen "Fehltritt" immer wieder vor - doch war er nicht im Gegensatz zu später entstandenen Remixen anderer Kult-Bands sehr gelungen?

 

Phillip Boa jedenfalls versteht die ganze Aufregung über den This Is Michael-WestBam-Remix auch heute noch nicht:
"Die Frage für mich ist nicht, warum ich es gemacht habe, sondern warum sollte ich es nicht machen? Die Sache ist die: man hat natürlich, speziell als Indie-Musiker, ein Problem, daß nämlich die Fans sehr puristisch, auf eine gewisse Art sehr konservativ sind. Sie möchten immer, daß der 'Star' nur das macht, was sie wollen. Das ist deine Schublade und das hast Du zu machen. Da leidet man als Musiker natürlich auch drunter und möchte Dinge machen, die dem treuen Fan nicht gefallen, einfach um nicht als ewiger Sklave von irgendwem zu leben.
Die zweite Sache ist: der WestBam-Remix ist doch relativ zeitlos, selbst wenn mir das Original besser gefällt. Es war auch wieder einmal der Zeit etwas voraus - heute ist es doch nichts besonders mehr, einen Dance-Remix zu machen. Im Gegenteil: es ist beinahe Pflicht. Was die Leute außerdem scheinbar immer wieder vergessen: wenn sie diese Musik nicht mögen, müssen sie die Platte ja nicht kaufen. Es zwingt sie doch niemand dazu."

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