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Niemals Video!
Niemals Video!
Aus der Zeit um 1986 stammt auch ein Statement von Phillip Boa, daß die Band niemals Videos drehen würde. Mittlerweile wurde dieser Gedanke über Bord geworfen, stattdessen geht es nun darum, mit einem Video die Geschichte eines Songs so treffend wie möglich zu erzählen und die Musik und den Text bildlich zu unterstützen.
"Jaaa... das habe ich damals gesagt. Aber heute sehe ich das völlig anders und würde sogar daran gehen, einen ganzen Film zu drehen. Über Phillip Boa, oder mit Phillip Boa, oder wie auch immer" widerlegt der Sänger sein damaliges Statement. "Wichtig ist, daß die Idee, das Drehbuch eines Videos, von mir geschrieben wird und ich suche auch die Leute aus, die es drehen und sage denen ganz genau, wie ich das haben will.
Dedicate habe ich zum Beispiel mit einem Freund ganz alleine gedreht und geschnitten. An einem Baggersee innerhalb von einem Tag. Ich bin darin immer in diesen See gesprungen, was mich ganz schön Überwindung gekostet hat, denn der war mir nicht so ganz geheuer. Irgendwie war er etwas gruselig - aber so nach dem dritten Mal hat es dann sogar richtig Spaß gemacht.
Wir haben das Glück, daß wir eine gute Reputation haben, so daß einige Leute gerne für uns arbeiten wollen. In Deutschland gibt es ja kaum eine andere Band, mit einem besseren Image. Mittlerweile hat wirklich jeder Depp gemerkt, daß das was wir machen Stil hat, vom Outfit bis zum Cover ist alles sehr durchdacht. Und das hat man mittlerweile auch anerkannt, weil wir über die Jahre Qualität bewiesen haben, zeitlos und souverän geblieben sind, und unser Image ist dementsprechend gut. Unsere ersten zwei Videos hat ohne Profit Markus Rosenmüller gemacht, der sich etablieren wollte - und später wurde er zu einem der bestbezahlten Videomacher in Deutschland.
Video an sich ist nicht schlecht, aber ich finde die Produktionskosten eines Videos sollten nicht, wie es heute oft der Fall ist, die der Platte übertreffen. Außerdem habe ich etwas gegen diese oberflächlichen Videos, wie sie damals immer bei Formel Eins liefen, deshalb sind wir da auch nie aufgetreten und haben das boykottiert."
Heute ist Phillip Boa beinahe ein Video-Fan, der sich sehr genau mit Regisseur-Namen, technischen Möglichkeiten und Trends auskennt, auch wenn er selbst mit den Formaten von VIVA und MTV ein paar Probleme hat:
"Wir machem weder Musik für die ganz jungen Kids, noch für ältere Menschen, die sich VH-1 oder VIVA-2 ansehen. Insofern haben wir es schon ein bißchen schwer, im Fernsehen präsent zu sein." Seinen eigenen Hunger nach Musik stillt der Künstler daher heute lieber nicht mehr durch das Ansehen von Videoclips oder Radio-Hören ("nur WDR1-Live toleriere ich"), sondern schlicht mit Unmengen aktueller, aber auch älterer CDs und MCs, die er hortet und hütet.
