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Live Boamania


Live Boamania

Foto by chaos

Phillip Boa & The Voodooclub ´93

Live wurde "Boaphenia" ein unglaublicher Erfolg, fast alle Konzerte waren ausverkauft, auch wenn in den ersten Tagen noch große Probleme vorhanden waren - doch schließlich waren mehr als 50 Prozent dieser Band erneuert worden. "Mr. B", wie ihn die Band damals nannte, litt in den ersten Tagen unter großen Aggressionen, die er meist direkt gegen die Band richtete - in erster Linie gegen seinen neuen Drummer Monk, den er zwingen wollte, lauter, härter und druckvoller als alle Schlagzeuger der Welt zu spielen.

 

An einem der ersten Tourabende hatte Boa auf der Bühne mitten in einer Zugabe "Rock'n'Roll-Ende" gerufen. Für Eingeweihte hieß dies, das Stück nicht mit einem Schlag abzubrechen, wie es auf der Platte gespielt ist, sondern ein ekstatisches Ende hinauszuzögern. Monk wußte nicht, was das bedeutet und beendete das Stück wie einstudiert, während der Rest der Band irritiert wartete. Nach dem Abgang riß Boa in der Garderobe wutentbrannt das Waschbecken aus der Wand, um Monk hinterherzuwerfen.

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Pia Lund - Live ´93

Zwei Tage später bedrohte er Monk mit einem Küchenmesser; doch auch hier passierte zum Glück nichts, Monk spielt noch immer in der Band.
Auf der anderen Seite gab es die schönen Erinnerungen wie zum Beispiel an Chemnitz, dort wurde das Auto von Pia und Phillip auf dem Weg ins Hotel von einer mehr als fünfzig-köpfigen Meute aufgehalten, "die haben geschrien, als wären wir die Beatles, das war wirklich unglaublich!" erinnert sich Pia.

In Bielefeld stürmte während Albert Is A Headbanger völlig unerwartet Heaven von den Angefahrenen Schulkindern zur Tötet Onkel Dittmeyer-Variante auf die Bühne.

 

Dreimal mußten die von nach vorne drängenden Fan-Massen zusammengebrochenen Bühnenabsperrungen improvisierenderweise gerettet werden und im Berliner Tempodrom-Zelt wurden die Sound-Mischpulte der Mixer Dirk Holzhäuser und Philipp "Don" Nadolny durch den herabtropfenden Schweiß der Masse lahmgelegt und das Konzert somit ohne Zugabe beendet.
Zur Überbrückung bis zu neuen Taten drehte man weitere Videos zu Boaphenia -Auskopplungen, nachdem Love On Sale so erfolgreich gewesen war: Der Clip hatte die deutsche Endausscheidung der MTV-Zuschauer für einen "European Video Contest" haushoch gewonnen und europaweit einen siebenten von fünfzehn Plätzen belegt.

Bildzoom Auf einer Dresdener Kirmes drehte die Band das Video zu Johnny The Liar , Schauspieler Rolf Zacher spielte eben diesen schmierigen und fiesen Kerl. Nur wenige Monate später fand sich der Voodooclub dann in der Original-Kulisse einer spanischen Fiesta wieder und produzierte das Kurzfilmchen zu Boas Stierkampf-Vision. Beide Songs sind auch als Maxi gepresst worden - letzterer allerdings nur als Promo, dafür aber mit einem achtminütigen Drumsolo, live von der vorangegangenen Tour.

Rolf Zacher, Video zu "Johnny The Liar"
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Live Dresden ´93

Mitten während der Sommer-Festivals '93 traf Ted Chau mit einer Entscheidung ins empfindliche Herz der Band: er hielt es für wichtiger, mit einem Soloprojekt in England auf Tour zu gehen, statt mit dem Voodooclub aufzutreten. Es mußte daraufhin von einem Tag auf den anderen ein Ersatzmann gefunden werden. Waldemar Sorychta hieß der spontan einspringende Mann, der sein Debüt auf dem Rock am See-Festival in Losheim gab. Dies jedoch war mehr als knapp, denn der Bandbus war an diesem Tage dank einer falschen Ortsangabe ins an der belgischen Grenze befindliche Örtchen Losheim gefahren, nicht aber nach Süden Richtung Trier.

 

Minuten vor der angesetzten Auftrittszeit traf die Gruppe endlich ein, obwohl Crew und Veranstalter schon beinahe nicht mehr damit gerechnet hatten. Schließich wurde es, trotz klirrender Kälte und Herbstwindböen, sogar ein unglaublich guter Gig, wohl auch aufgrund fanatischer Fans, genialer Lightshow und diesem technisch grandiosen neuen Saitenmann.

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